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Sarntal stellt sich vor

Das Natur- und Traditionstal ist mit 303 Quadratkilometern die flächenmäßig größte Gemeinde Südtirols und zählt 10 Ortschaften in einer Höhenlage von 970 bis 1500 Meter über dem Meeresspiegel.
Einwohner: 6.300; Gästebetten: 1.500;
Hauptort: Sarnthein (2.000 Einwohner - 970 m üdM.)

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Sarntal - Tal der Bergbauern - ursprünglich und bodenständig

Jahrhunderte hindurch war das Sarntal durch die unzugängliche Schlucht im Süden ein von der Außenwelt abgeschirmter Raum. In dieser Abgeschiedenheit konnte sich ein unvergleichlicher Schatz an kostbarem Volksgut erhalten, welcher das Bauernleben bis in die moderne, unruhige Zeit von heute prägt. Hier können Sie Brauchtum erleben, die bäuerliche Arbeit kennen lernen und nicht nur bestaunen. Wie ursprünglich unser Tal ist, beweist die Tatsache, dass bereits um 1300 alle Dörfer, Nachbarschaften (Fraktionen) und über 90% der heute bestehenden Höfe namentlich aufscheinen. Der bekannte Hofnamenforscher Tarneller sagt über das Sarntal, dass es „in der Namensgebung und Volksart das deutscheste aller Täler südlich des Brenners“ sei. 
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Die Sarner

Das Bemerkenswerteste im Sarntal ist der Sarner selbst. Er ist nämlich ein Typ für sich, einmalig und unnachahmlich. Landauf, landab sind sein Witz und seine Schlagfertigkeit bekannt. Es gibt verschiedenste Sarner Witze, bei denen am Ende stets der Sarner gut da steht. Schon Marx Sittich von Wolkenstein schrieb um das Jahr 1600: „Es ist das lustigist gericht und das schonest, so in land ist.“ Der Charakter der Sarner ist oft beschrieben worden. Sein Wesen ist rau und unnahbar, allem Neuen gegenüber zurückhaltend, aber doch hilfsbereit und vor allem gastfreundlich. Die beste Eigenschaft der Sarner ist ihre ausgeprägte Liebe zur Heimat. Damit kann ihre Traditionsverbundenheit, die Pflege von Tracht und Brauchtum gut erklärt werden. Auch die Sarner Mundart nimmt unter den Tiroler Dialekten eine Sonderstellung ein. Die eigenartigen, alten Formen sowie die Melodie der Sprache mit ihren Endungen auf -a und -ar fallen sofort auf. Außerdem gebraucht der Sarner eine besonders anschauliche, blütenreiche Sprache. 
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Fleissige Leute, geschickte Handwerker

Es ist bewundernswert, mit welcher Sorgfalt der Sarner Bauer sein Hab und Gut pflegt. Jeder noch so abgelegene Bauernhof ist bewirtschaftet, auch die steilsten Wiesen werden abgeerntet, die meisten Almen werden noch bearbeitet. Neben dieser mühevollen Arbeit war der Sarner immer schon ein geschickter Handwerker. 
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Kunsthandwerk

Ebenso wie Tracht und Brauchtum hat sich auch alte Handwerkskunst im Sarntal bis auf den heutigen Tag erhalten. Die anderorts fast ausgestorbenen Berufe des Federkielstickers, Korbmachers, Handwebers, „Reggele“-Machers (Pfeifenschnitzer), sind bei uns noch lebendig. Der Sarner ist zudem seit jeher bekannt für sein besonderes Geschick in der Bearbeitung des Holzes. Davon künden die prächtig geschnitzten und bemalten Bauernmöbel, ebenso wie das einfache für den täglichen Gebrauch angefertigte Gerät. Gedrechselte und geschnitzte Gegenstände wie Schüsseln, kleine Schachteln, Laternen, u.a. haben Tradition. Auch die Herstellung der Tracht erfordert verschiedene handwerkliche Fertigkeiten. Neben den kunstvollen, federkielgestickten Teilen (Fatsch und Krax), braucht es noch mehrere handgefertigte Gegenstände: die Messingknöpfe, das Sarner Besteck, den Reggl (Sarner Pfeife).Nicht vergessen darf man die aufwändige Näharbeit für die Hosen, das „Leibl“ und das „Hemit“, sowie den „Kittl“ der Frauen. Außerdem gehören ein handgestrickter Janker zur Niederfeiertagstracht und kunstvoll gestrickte Socken zur Festtagstracht. In der Veranstaltung „Lebendige Werkstadt“ können Sie unseren Kunsthandwerkern mehrmals im Jahr über die Schulter schauen. 
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Das Federkielsticken, ein uralter Handwerksberuf

Begegnet man einem Sarner in seiner stolz getragenen Tracht, so fällt der bewundernde Blick unwillkürlich auf den kunstvoll verzierten Bauchgurt. Hinter dieser, in der Sarner Mundart „Fatsch” genannten, Lederbinde steht ein traditionelles Kunsthandwerk, das im Sarntal seit über 200 Jahren ausgeübt wird: das Federkielsticken. Während diese Volkskunst im restlichen Alpenraum sehr rar geworden ist, hat sie sich im Sarntal über die Generationen bis in die heutige Zeit jung erhalten. Das Interesse von Trachtenliebhabern und der Folkloremode an federkielbestickten Produkten ist heute so groß wie nie zuvor. Die wenigen Sarner Federkielsticker, die man an einer Hand abzählen kann, genießen ein natürliches Monopol. Ausgangsmaterial für diese Stickereien sind die Kiele der Pfauenschwanzfedern. Diese werden in mehreren Arbeitsgängen mit einem Spezialmesser zu verschieden breiten Fäden gespleißt. Die vom Fatschenmacher entworfenen und mit weißem Pauspapier auf das Leder übertragenen Muster, Initialen und Ornamente werden mit diesen Federkielen ausgestickt. Dabei werden die Kiele, wohlgemerkt ohne Nadel, durch die mittels einer Ahle gestochenen Löcher gezogen. Die Fertigung einer prächtigen „Fatsch” nimmt ganze 100 bis 200 Arbeitsstunden in Anspruch. Nicht nur Musikanten und Schützen kommen mittlerweile mit ihren Aufträgen zu den Federkielstickern ins Sarntal. Aus der ganzen Welt treffen Aufträge für federkielbestickte Trachtengürtel, Hosenträger, Trachtenschuhe und -taschen, Geldbörsen, Brillenetuis und andere Gebrauchgegenständen ein. An Sonn- und Festtagen, wenn die Sarner in ihren farbenfrohen Trachten zur Messe marschieren, bietet sich dem Gast eine günstige Gelegenheit, auf dem Kirchplatz die federkielbestickten Kunstwerke zu bestaunen. 
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Das Sarntal heute

Politisch bildet das ganze Sarntal auch heute noch eine einzige Gemeinde. Sie ist mit 30.250 ha flächenmäßig die größte und mit 6.318 Bewohnern einwohnermäßig die achtgrößte Gemeinde Südtirols.
Der Ort Sarnthein, von den Sarnern nur „das Dorf“ genannt, ist der Mittelpunkt des Sarntales, und zwar der politische (Gemeindeverwaltung, Carabinieri, Post- und Forstamt, Spital und Altersheim, Gemeindeärzte, Weißes Kreuz und Apotheke), wirtschaftliche (Geschäfte, Handwerksbetriebe, Gasthäuser, Raiffeisenkasse, Filiale der Landessparkasse, Tourismusverein), der kirchliche (Deutsch-ordenspfarre, Sitz des Dekanates, Kloster der Deutschordensschwestern) und kulturelle (Volks- und Mittelschule, Freiwillige Feuerwehr, Musikkapelle, Sportplätze und Sarner Bürgerhaus).Außer dem Hauptort gliedert sich die Gemeinde Sarntal in weitere 28 Ortsteile (Fraktionen), von denen Bundschen, Nordheim, Astfeld, Reinswald, Durnholz, Aberstückl, Weißenbach und Pens die wichtigsten sind.
Im Sarntal fand in letzter Zeit ein gewaltiger Umbruch statt: Modernisierung der Landwirtschaft (Wegebau, Elektrifizierung, Erneuerung der alten und schönen Bauernhäuser), Ausbau des bodenständigen Handwerkes, Verbesserung des Handels und des Fremdenverkehrs (einige weitere Pensionen und Hotels verträgt das Sarntal noch leicht), Schaffung von Arbeitsplätzen (viele Pendler). Haupteinnahmequellen sind Handwerk, Landwirtschaft und Tourismus.
Wenn dem Sarner auch ein gewisser Individualismus nachgesagt wird, so zeigt er sich dem Vereinsleben nicht abgeneigt. Nicht nur die traditionellen Vereine wie die vier Musikkapellen (jene von Sarnthein seit 1809), die vier Freiwilligen Feuerwehren (von Sarnthein seit 1882) und die religiösen Vereinigungen, sondern auch die Sportvereine (Eis-sport, Fußball, Kegeln, Langlauf, Lauffreunde, Rad, Rodeln, Ski, Tennis, Tischtennis, Yoseikan Budo), die Theatergruppen, die Schützen, der Heimatpflegeverein u.a. haben keine Nachwuchssorgen. 
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Textquellen Südtiroler Gebietsführer Nr. 9 - Sarntal - Bruno Mahlknecht - Verlagsanstalt Athesia - Bozen, 1980 Sarntal Dr. Blasius Heiss - Tappeiner Verlag - Lana, 1992 Unterwegs im Sarntal Hansjörg Zatelli - Verlagsanstalt Athesia - Bozen, 1990 Erzählungen aus dem Sarntal Luis Oberkalmsteiner 
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